Barrierefreies Bad im Altbau: Bodengleiche Dusche nachrüsten
Der Wunsch nach einem barrierefreien Bad entsteht oft plötzlich: nach einem Sturz, einer Operation oder einfach mit dem Älterwerden. Im Altbau trifft dieser Wunsch auf gewachsene Strukturen – dicke Wände, alte Leitungen, häufig eine Badewanne, die seit Jahrzehnten ihren Dienst tut. Der Umbau zur bodengleichen Dusche ist machbar, verlangt aber eine ehrliche Bestandsaufnahme vor dem ersten Hammerschlag.
Zunächst steht die Frage, ob der Boden überhaupt abgesenkt werden kann. In vielen Altbauten liegt der Estrich auf einer Holzkonstruktion, was eine bodengleiche Dusche erschwert, aber nicht unmöglich macht. Alternativ kommen flache Duschrinnen oder ein minimal erhöhter Duschbereich infrage. Wer sich einen Überblick über Aufwand und realistische Budgets verschaffen will, findet unter Badewanne raus, Dusche rein: Kosten und Planung eine solide Grundlage für die ersten Entscheidungen. Die Entwässerung ist der kritische Punkt: Gefälle, Abflussweg und Belüftung müssen stimmen, sonst bleibt Wasser stehen oder Gerüche ziehen ins Bad.
Die eigentliche Arbeit beginnt mit dem Rückbau der Wanne. Alte Abflüsse sind oft verrostet, die Wandanschlüsse undicht. Neue Abdichtung nach DIN 18534 ist Pflicht, ebenso eine tragfähige Unterkonstruktion für den Duschplatz. Wer Fliesen aus den 1970er-Jahren entfernt, stößt nicht selten auf Feuchtigkeitsschäden, die mit saniert werden müssen. Elektrik und Beleuchtung sollten ebenfalls angepasst werden, besonders wenn Haltegriffe und ein Sitzplatz geplant sind.
Am Ende zählt nicht nur die Optik, sondern die Alltagstauglichkeit. Eine bodengleiche Dusche ohne Schwelle reduziert das Unfallrisiko erheblich und lässt sich später mit einem Duschhocker oder Haltegriffen nachrüsten. Wer früh plant und die Kosten realistisch einschätzt, vermeidet böse Überraschungen und schafft ein Bad, das auch in zwanzig Jahren noch passt.